Instandsetzung
02.12.2016

Carbonbeton-Entwicklung mit Zukunftspreis des Bundespräsidenten gewürdigt

Für die Entwicklung von Carbonbeton als Alternative zu Stahlbeton wurde das Team um die Professoren Manfred Curbach, Peter Offermann und Chokri Cherif am 30. November 2016 in Berlin durch Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Deutschen Zukunftspreis 2016 ausgezeichnet. Implenia engagiert sich seit Jahren in der Anwendung innovativer Baustoffe.

Das ausgezeichnete Forscherteam konnte sich gegen drei Mitbewerber durchsetzen. „Zum ersten Mal in der Geschichte der Preisverleihung wurde ein Team aus dem Bereich des Bauwesens ausgezeichnet“, so Manfred Curbach, Direktor des Institutes für Massivbau der TU Dresden und Sprecher des Gewinnerteams. „Das zeigt uns, wie wichtig unsere Forschungen und unser Ansinnen sind, den so dringend notwendigen Paradigmenwechsel im Bauwesen herbeizuführen, hin zu mehr Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit.“

Carbonbeton ist ein leichter, gut formbarer und tragfähiger Baustoff, welcher anstelle von Stahl flexible Kunststofffasern als Bewehrung zur Zugkraftübertragung im Beton einsetzt. Durch Verwendung von nicht rostenden und korrosionsbeständigen Carbonfasern können Bauteile und Bauwerk im Gegensatz zu Stahlbeton dünner konstruiert werden. Im Detail ist damit auch die Integration von Zusatzfunktionen, wie Dämmen, Heizen und Überwachen möglich. Darüber hinaus eignet sich Carbonbeton auch zum Erhalt und zur Verstärkung bestehender Bauwerke. Die Lebensdauer von Gebäuden, Brücken und Masten kann durch Auftragen einer dünnen Schicht Carbonbetons deutlich erhöht werden. Insgesamt ergibt sich so ein immenses Potential, zum ressourcenschonenden, energiesparenden und nachhaltigen Bauen beizutragen.

Implenia engagiert sich seit vielen Jahren in der Entwicklungsarbeit, ist Gründungsmitglied des Vereins TUDALIT sowie Teil eines interdisziplinären Entwicklungsnetzwerks, der Carbon Concrete Composite, mit mehr als 150 Partnern aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden. Gemeinsam treiben sie den Technologietransfer von der Grundlagenforschung zur Baupraxis voran. Neben dem Erkenntnisgewinn und der Erarbeitung von Technologiekompetenz durch die Baustofftechnik-Experten ist hervorzuheben, dass die Spezialisten der Instandsetzung bereits erste Projekte, etwa die Brandschadensanierung eines Zuckersilos, unter wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und im Wettbewerb umsetzen konnten.